dgti-Ergänzungsausweis: Zeig, wer du bist.

Im dgti-Ergänzungsausweis steht die selbst gewählte Geschlechtsidentität. Das reduziert Missverständnisse und fördert Selbstbestimmung.

Passt das äußere Erscheinungsbild einer Person nicht zu den Angaben im amtlichen Ausweis, kann das verwirren. Der dgti-Ergänzungsausweis schafft Klarheit. So lassen sich belastende und möglicherweise diskriminierende Situationen ohne Worte einfach entspannen.

Was ist der dgti-Ergänzungsausweis?

Der dgti-Ergänzungsausweis stellt klar, wie und in welchem Geschlecht eine Person angesprochen werden möchte. Er zeigt die selbst gewählte Identität einer Person in Form von:

  • Vorname
  • Pronomen
  • Geschlecht
  • aktuellem Passfoto

Darüber hinaus stehen im dgti-Ergänzungsausweis der Nachname und die Nummer eines amtlichen Ausweisdokuments (z. B. Personalausweis). Der dgti-Ergänzungsausweis ist ein Zusatzdokument. D. h., er gilt nur in Verbindung mit dem genannten amtlichen Personaldokument. Der Nachname muss in beiden Ausweisen übereinstimmen.

Herausgegeben wird der dgti-Ergänzungsausweis von der Deutschen Gesellschaft für Trans*- und Inter*geschlechtlichkeit e. V. (dgti). Er ist also kein amtliches Ausweispapier. Aber er ist laut dgti bei sämtlichen Innenministerien, der Polizei sowie vielen Behörden, Banken, Universitäten, Versicherungen und anderen Stellen bekannt. Von ihnen wird der dgti-Ergänzungsausweis in der Regel problemlos akzeptiert. Wo dies (noch) nicht der Fall ist, vermittelt ein QR-Code auf der Rückseite des Ausweises Informationen zur Gültigkeit.

Wozu dient der dgti-Ergänzungsausweis?

Der dgti-Ergänzungsausweis soll trans*, inter* und nicht-binären Personen den Alltag erleichtern. Insbesondere Situationen, in denen sie sich ausweisen sollen, können für sie recht heikel sein. Denn die äußere Erscheinung und die Angaben im Ausweisdokument passen auf den ersten Blick oft nicht zusammen. Das führt dann zu unangenehmen Fragen, manchmal auch Diskriminierung und eventuell sogar zu unfreiwilligen Outings.

Wer sich dem Geschlecht nicht zugehörig fühlt, das im amtlichen Ausweis steht, kann das zwar ändern: Nach dem Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) reicht eine einfache Erklärung beim Standesamt, um den offiziellen Geschlechtseintrag auszutauschen. Doch das ist ein großer Schritt. Und er braucht seine Zeit. Mit dem dgti-Ergänzungsausweis lässt sie sich leichter überbrücken.

dgti-Ergänzungsausweis stärkt Recht auf Vornamen und Anrede

Eine Person hat das Recht, in dem Geschlecht angeredet zu werden, das sie selbst gewählt hat. Das gehört zur Würde des Menschen. Diese ist vom deutschen Grundrecht umfassend geschützt. Entsprechend hat der Staat die Pflicht, „die individuelle Entscheidung eines Menschen über seine Geschlechtszugehörigkeit zu respektieren”. So heißt es in einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (Az. 2 BVR 1833/95).

Der dgti-Ergänzungsausweis unterstützt trans*, inter* und nicht-binäre Personen in ihrem gültigen Anspruch auf:

  • Anrede im bewussten und erklärten Geschlecht
  • einen selbstgewählten Vornamen in der Kommunikation mit staatlichen Organen

dgti-Ergänzungsausweis beantragen: 1. Schritt zum neuen Ich

Den dgti-Ergänzungsausweis kannst du ganz einfach online beantragen. Du brauchst dafür ein aktuelles Passbild und die Nummer eines amtlichen Personaldokuments. Mit diesem zusammen zeigst du dann den dgti-Ausweis. Das geht auch schon vor der offiziellen Personenstandsänderung beim Standesamt. Und erst recht vor einer Hormonbehandlung oder geschlechtsangleichenden Operation.

Mit dem dgti-Ausweis kannst du deine neue Geschlechtsidentität relativ entspannt ausprobieren. Vielleicht bist du zum großen Coming-out noch nicht bereit. Oder dein Transitionsprozess läuft gerade. Doch bis zur amtlichen Anerkennung dauert es noch. Dann ist der dgti-Ergänzungsausweis eine passable Zwischenlösung. Nutze ihn z. B. in Situationen, wo du dich mit deiner neuen Geschlechtsidentität sicher fühlst. So kannst du deine wahre Identität leben – auch ohne Stempel vom Amt.

dgti-Ergänzungsausweis: mehr Würde & Sicherheit

Das zugeschriebene durch ein gewähltes Geschlecht zu ersetzen, kann ein schwieriger und langwieriger Prozess sein. In der Übergangszeit sehen sich trans*, inter* oder nicht-binäre Personen insbesondere bei Ausweiskontrollen häufig mit unangenehmen, belastenden und erniedrigenden Fragen konfrontiert. Eskaliert die Diskussion, kann eine Situation leicht kippen. Und plötzlich steht z. B. eine trans* Person unter Betrugsverdacht, obwohl sie eigentlich nur ein Konto eröffnen wollte. Oder obwohl sie selbst die Polizei gerufen hat, weil sie Opfer einer Straftat ist.

Der dgti-Ergänzungsausweis hilft in solchen Fällen, Missverständnisse aufzulösen. Trans*, inter* oder nicht-binäre Personen brauchen sich nicht in Worten zu erklären oder gar zu rechtfertigen. Sie zeigen einfach den Ergänzungsausweis. Das hilft, ihre Würde zu wahren und die Kommunikation zu entspannen.

Identität & persönliche Daten – du bestimmst!

Der dgti-Ergänzungsausweis kann dir helfen, selbstbestimmt du zu sein. Damit zeigst du deine wahre Identität – wann und wo du es willst. Deine geschlechtliche Identität ist deine Privatsache. Da ist es nur zu verständlich, wenn du damit selbstbestimmt umgehst. Das Gleiche gilt auch für andere personenbezogene Daten.

Wo du wohnst, geht ebenfalls nur die Menschen an, die du bei dir zuhause willkommen heißt. Deshalb gibt es den Adress-Schutz von Postflex®. Damit kannst du deinen amtlichen Wohnsitz aus den Pflichtangaben heraushalten, etwa im Impressum oder in Produktinformationen.

Wir bei Postflex® sind davon überzeugt: Vielfalt ist wertvoll. Und in jedem Menschen steckt etwas Besonderes. Mit unserer Haltung und unserer Dienstleistung möchten wir dazu beitragen, die Welt bunter und reichhaltiger zu machen. Dazu gehört, dass wir dich dabei unterstützen, sichtbarer zu werden – mit einem guten Gefühl. Denn du offenbarst nur so viel, wie du willst.

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Übrigens: Bei uns brauchst du keinen dgti-Ergänzungsausweis vorzuzeigen. Wir respektieren dich und deine Wünsche zur Anrede auch so.

Alles Liebe,
dein Postflex®-Team

In Online-Belangen versiert ist die IT-Recht Kanzlei München, unser Partner.

In diesem Artikel werden rechtliche Themen berührt. Da wir kein Jura studiert haben, geben wir selbstverständlich keine Rechtsberatung – wende dich dafür immer an eine Anwältin oder einen Anwalt!

https://dgti.org/2021/09/05/der-ergaenzungsausweis-der-dgti-e-v/
https://dgti.org/2024/12/04/dgti-ergaenzungsausweis-trotz-sbgg/
https://bb.velspol.de/index.php/neues/alle-beitraege/91-fachgruppe-trans/539-erlaeuterungen-zum-ergaenzungsausweis

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